Antibiotika: Welchen Risiken setze ich mein Kind bei einer Behandlung aus?

junge-frau-medikamente.jpg

Antibiotika sind wirksame Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen. Da die Beipackzettel voll sind mit möglichen Nebenwirkungen und auch immer wieder ein zu sorgloser Umgang mit Antibiotika angeprangert wird, sind viele Eltern verständlicherweise verunsichert, wenn der Arzt ihrem Kind ein Antibiotikum verordnet.

Antibiotika wurden früher oft auch bei banalen grippalen Infekten eingesetzt. Gegen Viren sind sie jedoch wirkungslos.

Wann verordnet der Arzt Antibiotika?

Im Allgemeinen sind Antibiotika gut verträglich. Wenn bei einem Kind eine bakterielle Infektion, wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung vorliegt, die unbehandelt gravierende Folgen haben kann, wird jeder verantwortungsvolle Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Solange aber nicht eindeutig ist, ob die Ohrenschmerzen des Kindes von einer Infektion mit Bakterien herrühren, sollte man, statt vorbeugend das Mittel zu nehmen, die Symptome täglich kontrollieren lassen. Oftmals erweist sich als Ursache der Schmerzen ein viraler Infekt, der auf andere Weise zu behandeln ist.

Warum haben Antibiotika so einen schlechten Ruf?

Ein großes Problem ist die Verwendung von Antibiotika als Futterzusatz bei der Massentierhaltung. Auch wenn der Gesetzgeber hier Regeln geschaffen hat, ist oft ein Tier der Grund für die Antibiotikagabe an vielleicht Tausende von Tieren im selben Stall. Da zum Teil bei Tieren und Menschen die gleichen antibiotischen Wirkstoffe eingesetzt werden, ist zu befürchten, dass mit Antibiotika verunreinigtes Fleisch zur Entwicklung von resistenten Keimen beim Menschen führen kann.

Nach einer Studie des Tumorzentrums Aachen tragen ca. 6 Millionen Deutsche resistente Keime in sich. Bei eigener schwerer Erkrankung oder bei Kontakt mit abwehrgeschwächten Personen kann die Behandlung schwierig werden. Es soll sogar schon Keime geben, die gegen fast alle Antibiotika resistent sind. Der zu sorglose Umgang mit diesen hochwirksamen Stoffen führt dann dazu, dass diese wichtige Waffe gegen Bakterien stumpf wird.

Das muss bei der Antibiotikaeinnahme beachtet werden

Für Kinder verordnet der Arzt eventuell andere Antibiotika als bei Erwachsenen. Die Dosierung wird an Alter und Körpergewicht angepasst. Wenn Antibiotika verordnet wurden, sind die Einnahmevorschriften unbedingt einzuhalten:

Auch wenn das Mittel sehr zügig anschlägt und die Krankheitssymptome nachlassen oder verschwinden, darf die Medikamenteneinnahme nicht vorzeitig abgebrochen werden. Überlebende Bakterien könnten nämlich Resistenzen gebildet haben. Dann wäre das Mittel bei einem erneuten Ausbruch der Krankheit wirkungslos.

Wie kann man Risiken begegnen?

Obwohl das Antibiotikum gut wirkt und gut vertragen wird, kann es, weil Antibiotika nicht wirkungsspezifisch sind, auch nützliche Bakterien wie die Darmbakterien schädigen. Das wirkt sich aus als Störung der Verdauungstätigkeit. Um das auszugleichen, ist vorbeugend, während und auch noch einige Tage nach der Antibiotikabehandlung, die Einnahme von Mitteln sinnvoll, die die Darmflora fördern und wieder aufbauen. Manche Ärzte verordnen von sich aus zusätzlich solche Mittel.

Eher selten kommt es zu allergischen Reaktionen gegen bestimmte Antibiotika. Erste Symptome können Juckreiz oder Hautausschlag sein. In solchen Fällen sollte schnell der Arzt informiert werden, denn bei einer weiteren Behandlung können stärkere, sogar lebensbedrohliche, Symptome auftreten. Eine Allergie gegen ein bestimmtes Antibiotikum muss in den Allergiepass eingetragen werden, damit der Arzt im künftigen Krankheitsfall ein anderes geeignetes Mittel auswählt.

Quellen und Reaktionen:

http://www.ard.de/home/ratgeber/Der_richtige_Umgang_mit_Antibiotika/75422/index.html
http://www.gesundheitsfrage.net/frage/stimmt-es-dass-antibiotika–bei-kindern-allergien-verursachen-koennen

scroll to top