Das Mehrgenerationenhaus ein Lebensmodell mit Zukunft?

Der demografische Wandel bringt viele Veränderungen mit sich. Auch Familienstrukturen und Lebenssituationen werden durch diesen Wandel beeinflusst. Da die Nachkriegsgenerationen viel älter werden als andere vor ihnen, müssen auch neue Wege gefunden werden, um die Senioren der Familie aktiv mit ins Familienleben einzubeziehen. Eine Möglichkeit, um die feste Integration in das Familienleben sicherzustellen, kann ein sogenanntes Mehrgenerationenhaus sein.

Alle unter einem Dach – was bedeutet das?

Wie der Name es vermuten lässt, leben in einem Mehrgenerationenhaus verschiedene Generationen gemeinsam unter einem Dach. Dabei sind es selbstverständlich mehr als zwei Generationen, die hier aufeinandertreffen. Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tante, Kinder und sogar der Familienhund sind mit von der Partie – vielleicht sogar die Urgroßeltern. Die Konstellationen sind so vielseitig wie die einzelnen Familien. Die Vorteile eines Mehrgenerationenhaushaltes liegen klar auf der Hand:

  • Mieteinsparungen
  • geteilte Räumlichkeiten und Güter
  • Entlastung im Alltag
  • umfassende Betreuung von jungen und älteren Familienmitgliedern
  • mehr Sicherheit in der Gemeinschaft
  • Einbindung in ein soziales Gefüge

Gerade die Pflege älterer oder jüngerer Familienmitglieder ist ein großer Vorteil, denn (Ur-)Oma und (Ur-)Opa haben als Rentner oft mehr Zeit zur Verfügung und betreuen in der Regel gerne die (Ur-)Enkel, wenn auch nur für ein paar Stunden am Tag. So bleibt die ältere Generation ein aktiver Teil der Familie. Das Übernehmen der Kinderbetreuung kann dazu führen, dass die Senioren sich besonders gebraucht und wertgeschätzt fühlen.

Auf der anderen Seite kann es auch zu Reibereien kommen, da die verschiedenen Generationen unterschiedliche Auffassungen und Vorstellungen haben. Besonders belastend kann es sein, wenn die Großelterngeneration eine zu große Rolle in der Erziehung der Kinder einnehmen will. Wenn hier die Grenzen nicht klar definiert werden, kann das zu Streit und unterschwellig schlechter Stimmung führen.

Interesse am Mehrgenerationenhaus auch seitens der Medien

Das Gedankenspiel ist durchaus spannend. Wie würde man selbst mit mehreren Familienmitgliedern zusammenleben können? Die Idee eines Mehrfamilienhauses wurde bereits mehrfach für Sitcoms benutzt. Nicht nur amerikanische Produktionen, sondern auch deutsche Serien wie etwa „Türkisch für Anfänger“ wählten Mehrgenerationenhaushalte als Prämisse ihrer Handlungen. Neben den fiktiven Shows der Fernsehlandschaft gibt es auch immer wieder Sendungen, die das Leben unter einem Dach dokumentieren. Aktuell werden beispielsweise von der Agentur Blank & Biehl erweiterte Familien gecastet für ein Experiment des gemeinsamen Zusammenwohnens. Zwei Wochen lang haben alle die Möglichkeit, das Leben unter einem Dach mit der gesamten Familie zu testen: Es geht darum, einen gemeinsamen und optimalen Weg im Alltag einer Großfamilie zu finden. Die zu erwartenden Aufgaben sind:

  • Familienregeln aufstellen
  • Haushaltstätigkeiten verteilen
  • Diskussion: Wer zieht in welches Zimmer?
  • Mahlzeiten bestimmen
  • Kinderbetreuung regeln

Untergebracht sind Sie während des Versuchs des Zusammenlebens in einer schönen Immobilie.

Am Ende der zwei bis drei Wochen haben die Familien die Wahl: Soll auch zukünftig als erweiterte Familie unter einem Dach gewohnt werden oder ist es doch angenehmer, getrennte Wege zu gehen und sich lieber regelmäßig zu besuchen?

Foto: ©istock.com/Petar Chernaev

Das Mehrgenerationenhaus ein Lebensmodell mit Zukunft?