Definition Familie – was ist eine Familie?

Die Familie ist ein Zusammenschluss mindestens zweier Individuen zu einer Lebensgemeinschaft. Diese wird meistens durch Partnerschaft, Verwandtschaftsverhältnis oder Ehe begründet. Die Familie wird erweitert durch Kinder, die aus der Partnerschaft oder Ehe resultieren. Aber auch adoptierte Kinder zählen zur Familie. Das gegenwärtig am häufigsten verbreitete Bild einer Familie setzt sich aus den Eltern und mindestens einem Kind zusammen. Als Familie versteht man einerseits alle Individuen, die in einem Haushalt leben und anderseits Individuen, die ein Verwandtschaftsverhältnis teilen. Darüber hinaus erfüllt die Familie Aufgaben, die für die Entwicklung des Individuums maßgebend sind und wird somit zu einem wichtigen Eckpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Familie als Lebensgemeinschaft in einem Haushalt
Die gegenwärtig am häufigsten vorzufindende Form der Familie, die sich zu einer Lebensgemeinschaft in einem Haushalt vereint hat, setzt sich zusammen aus den Eltern und mindestens einem unmündigen Kind. Aber in einigen Familien, die sich einen Haushalt teilen, finden man noch Elemente der Großfamilie vor. Hier gehören beispielsweise Großeltern oder Geschwister der Ehepartner mit zur Lebensgemeinschaft. Die Familie hat dabei den Vorteil, dass Aufgaben zur Bewältigung des Alltages geteilt werden. So kann sich beispielsweise ein Elternteil um die Erziehung der unmündigen Kindern kümmern und der andere dem Erwirtschaften von Einkommen nachgehen. Die Familie passt sich dabei immer den wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnissen an, denen sie ausgesetzt ist. So wird heute viel Zeit in die Bildung der Kinder investiert, während in vergangenen Epochen die Kinder schnell dazu angeregt wurden, zu arbeiten. Dies gründet daher, dass durch bessere Bildung höhere Einkommen erwartet werden, die langfristig der Familie mehr nutzen als ein schnelles Eintreten in die Arbeitswelt zu einem geringen Lohn.

 

 

Familie als Definition von Verwandtschaftsverhältnis
Als Familie werden auch die Personen beschrieben, mit denen ein Individuum zwar nicht in einer häuslichen Lebensgemeinschaft wohnt, aber dennoch über ein Verwandtschaftsverhältnis verbunden ist. Kinder, welche den gemeinsamen Haushalt verlassen haben, zählen dazu genauso, wie Personen mit denen man aufgrund eines Verwandtschaftsverhältnisses zu einer früheren Zeit einen Haushalt geteilt hat. So werden sich Geschwister, unabhängig welcher Lebensgemeinschaft sie sich nun angeschlossen haben, in der Regel immer als Familie betrachten. Aber auch Personen, die nie gemeinsam unter einem Dach gelebt haben, bezeichnen sich häufig als Familie wie beispielsweise Cousins. Somit wird Familienzugehörigkeit auch über ein Verwandtschaftsverhältnis definiert, was als Gradmesser für die exklusive Gruppe gilt.

Gemeinschaftsgefühl und Erziehung
Die Familie ermöglicht das erste Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt. So erlebt ein Kind schon früh, wem es vertrauen kann und an wen es sich wenden kann. Die Familie ist eine Gruppe, die sich neben den Verwandtschaftsverhältnissen auch besonders über die Gefühle zu einander definiert. So bedeutet Familie Zusammenhalt und Schutz vor der Außenwelt. Gleichzeitig streben aber Kinder irgendwann nach Unabhängigkeit und empfinden die Gemeinschaft der Familie als Bedrohung für ihre Unabhängigkeit, was meistens in der Pubertät den Höhepunkt findet. Somit wird das Individuum mit Problemen des Zusammenlebens konfrontiert und lernt einerseits Kompromisse einzugehen, aber auch, sich selbst durchzusetzen. Darüber hinaus hat die Familie gerade in der Erziehung wichtige Aufgaben. Durch die Familie werden Werte und Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens vermittelt und den Heranwachsenden gleichzeitig ermöglicht, eigene Talente zu entdecken und zu fördern.

Neue Formen von Familie
Als neue Formen von Familie werden beispielsweise Patchwork Familien bezeichnet. Hier bringen die neuen Partner jeweils Kinder aus vorhergegangenen Beziehungen mit in die neue Partnerschaft. Dies führt natürlich zu Streitpunkten und neuen Problemen, die aber ebenso wie in der klassischen Familie auf das gesellschaftliche Leben vorbereiten. Interessant an Patchwork Familien ist, dass sich die einzelnen Mitglieder als Familie betrachten, obwohl sie zum Teil kein Verwandtschaftsverhältnis besitzen. Was wiederum unterstreicht, dass als Bezeichnung von Familie nicht nur das Verwandtschaftsverhältnis und der Beziehungsstatus herangezogen werden können, sondern das Leben in einem gemeinsamen Haushalt einen ebenso großen Anteil zur Definition beisteuert.

Ein Begriff im stetigen Wandel
Die Definition des Begriffes Familie ändert sich stetig und hängt eng mit kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen zusammen. So hat sich die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften genauso wie der Nutzen im Laufe der Jahrzehnte geändert und wird dieses auch zukünftig genauso machen. Deshalb muss immer wieder neu betrachtet und definiert werden, was eigentlich Familie ist. Denn Familie klingt auf den ersten Blick als glasklarer Begriff, bei näherer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass Familie eine komplexe Gemeinschaft ist, der nie eine einseitige Definition gerecht werden kann. Besonders wegen des häufigen Gebrauches des Wortes Familie in Politik und Medien sollte geklärt sein, was Familie zum Zeitpunkt der Diskussion beinhaltet, damit Missbrauch und Unterdrückung vorgebeugt werden kann.

Definition Familie – was ist eine Familie?
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