Die 12. SSW – das erste Drittel ist geschafft

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Die Schwangerschaft ist in jedem Fall etwas Besonderes. Durch den Fortschritt in der Medizin kann man inzwischen selbst beobachten, wie die Entwicklung voranschreitet. Auch der interessierte Partner kann an diesem Erlebnis teilhaben. Die 12. Schwangerschaftswoche (12. SSW) hat aber eine spezielle Bedeutung.
Frauen und Mädchen, die das erste Mal schwanger sind, haben meist nicht die Furcht vor einer Fehlgeburt. Hat man aber schon mal eine Fehlgeburt gehabt, weiß man um die Bedeutung der 12. SSW. Ab diesem Zeitpunkt ist das Risiko einer Fehlgeburt wesentlich geringer. Das Ende der 12. SSW bedeutet, dass das erste Trimester der Schwangerschaft vorüber ist. In der 11. Schwangerschaftswoche hat der Embryo eine durchschnittliche Länge von 30 bis 50 mm. Vom Scheitel bis zum Steiß ist der Embryo bis zum Ende der 12. SSW schon ganz schön gewachsen. Jetzt liegen kann es schon eine Größe zwischen 50 und 60 mm erreicht haben.

Die Ultraschalluntersuchung:

Vor geraumer Zeit gab es diese Diagnostikmöglichkeit noch nicht. Demzufolge konnte man vor der Geburt nicht feststellen, ob man sich auf ein Mädchen oder einen Jungen freuen kann. Diese Zeiten sind aber zum Glück vorbei. Nicht nur deshalb, weil man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Geschlecht feststellen kann. Viel wichtiger ist, dass man genau verfolgen kann, ob sich der Embryo richtig entwickelt.

Die Fetalperiode

Diese Bezeichnung verwendet man in der Medizin für den Zeitpunkt ab Ende der 12. SSW bis zur Geburt. Das ist die Zeit, in welcher sich die Organe entwickeln und sich bis zur Geburt weiterentwickeln.

Das kann man auf dem Ultraschallbild ab der 12. SSW sehen

Deutlich ist schon die Nase sichtbar und die Nasenflügel entwickeln sich. Gleichzeitig zeichnet sich schon das Kinn ab. An den Fingern und an den Zehen bilden sich schon Nägel und es kann schon eine Faust geballt werden. Obwohl das Ober- und Unterlid der Augen noch miteinander verklebt sind, setzt das Wachstum der Wimpern ein. Selbst zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich die Anlage für die Milchzähne. Erste Zahnknospen werden schon sichtbar, währende sich andere Zahnknospen erst nach und nach entwickeln.
In der 12. SSW beginnt die Geschlechtsentwicklung. Phallus ist das Übergangsstadium zwischen der Entwicklung eines Penis oder einer Klitoris. Beim männlichen Geschlecht verlängert sich der Genitalhöcker zum Penis. An dem Glied entsteht nun die Eichel. Die Merkmale für das weibliche Geschlecht betreffen die Bildung von Eileitern. An der Scheide hat sich Muskulatur entwickelt. Bereits zu diesem Zeitpunkt lassen sich die Klitoris (Kitzler) und die Schamlippen erkennen. Es können sogar die großen Schamlippen (Labia majora) von den kleinen Schamlippen (Labia minora) voneinander unterschieden werden. Erste Bewegungen des Kindes, welche die Mutter noch nicht spüren kann, können bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.

Untersuchungen

Um festzustellen, dass alles o. k. ist, sollte man in der Zeit von der 9. bis zur 12. SSW die folgenden Vorsorgeuntersuchungen nicht versäumen. In diese Zeit fällt das eben erwähnte Ultraschallscreening. Ferner das Gewicht und der Blutdruck zu überprüfen. Hinzu kommt eine Urinuntersuchung. Auf Anraten des Arztes kann zusätzlich noch ein Toxoplasmose Screening durchgeführt werden. Dies ist ein Test, welcher Krankheitserreger wie Sporen nachweisen kann. Besonders häufig verursachen Haustiere, wie beispielsweise Katzen, diese Infektionskrankheit. Hat man sich damit infiziert, kann es zu einer Gefahr für das Ungeborene werden. Hat man auf diese Untersuchung verzichtet, sollte man bei Beschwerden wie Müdigkeit, leichtes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen auf jeden Fall seinen Gynäkologen darüber informieren.
In jedem Fall wird der Arzt eine Nackenfaltenmessung anordnen. Dieses Messungsergebnis belegt, wie die Dicke der Nackenhaut im Rückenbereich beschaffen ist. Jeder hat bestimmt schon einmal von dem Down-Syndrom gehört. Dieses oder auch Herzfehler können mit dieser Untersuchungsmethode frühzeitig erkannt werden. Sollte sich eine derartige Diagnose bestätigen, haben die werdenden Eltern bzw. die werdende Mutter noch genügend Zeit darüber nachzudenken, welche Tragweite eine solche Erkrankung für das Kind hat. Über die Konsequenzen, die eine solche Krankheit mit sich bringt, sollte man sich genau informieren.

Wichtig sind die Ultraschallscreenings auch für Mütter, bei denen Mehrlingsgeburten in der Familie bekannt sind. Dies hat genetische Ursachen und kann auch die werdende Mutter betreffen. So kann man sich schon darauf einstellen, ob es sich um ein Baby oder um Zwillinge handelt. Mehrlingsgeburten von mehr als drei Babys sind in Deutschland, ohne Hormonbehandlungen, seltener zu beobachten.

Nun kann man buchstäblich zusehen, wie das Baby wächst. Nach der 12. SSW, beginnt sich nach und nach das Bäuchlein zu bilden und die Übelkeit am Morgen nimmt ab.

Nachdem man festgestellt hat, dass man schwanger ist, sollte man seine Lebensweise darauf einstellen. Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Wenn man bedenkt, was sich bis zur 12. SSW, alles schon bei dem ungeborenen Kind entwickelt, kann man sich vorstellen, dass solche Gifte sich negativ auf die Entwicklung auswirken.

 

 

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