Die Geburt im Geburtshaus

Eine Geburt im Geburtshaus liest sich zunächst wie der Titel eines geschichtlichen Romans aus der Zeit vor der modernen Medizin. Tatsächlich gibt es auch heute in Deutschland Geburtshäuser, die eine möglichst natürliche Geburt propagieren. In den Geburtshäusern finden sich in der Regel keine Ärzte. Dafür betreut bzw. begleitet eine ausgebildete Hebamme eine Geburt. Die Geburt soll in einer familiären Atmosphäre stattfinden. Viele Geburtshäuser sind daher wohnlich eingerichtet. Die Geburt des Babys soll zum Familienerlebnis werden ohne Klinikatmosphäre zu besitzen. Welche Vor- und Nachteile eine Geburt im Geburtshaus haben kann und was ein Geburtshaus genau ist, wird nachfolgend näher erläutert.

Das Geburtshaus

Ein Geburtshaus stellt eine Alternative zur Geburt in einer Klinik dar. Mitte der 80er Jahre wurde diese „Alternative“ bereits in Deutschland angeboten. Bis zum heutigen Tage befinden sich in vielen deutschen Städten Geburtshäuser. Obwohl es Geburtshäuser gibt finden weit über 90 Prozent der Geburten in Deutschland in Krankenhäusern statt. Auch andere „Alternativen“ wie beispielsweise Hausgeburt und eine Geburt in einer ärztlichen Praxis oder einer anderen Einrichtung außerhalb der Klinik werden genutzt. Allerdings in wesentlich geringerer Zahl als die Geburt in einer Klinik. Die Konzepte sind je nach Geburtshaus und Organisation unterschiedlich. In der Regel geht es in einem Geburtshaus aber darum, eine familiäre und heimische Atmosphäre zu erzeugen. Es soll keine sterile, klinische Umgebung sein, in der das Baby zur Welt kommt. Die Familie soll nicht von viel Technik umgeben sein und sich wohl fühlen. Die Geburt wird meist von Hebammen begleitet. Viele Geburtshäuser werden zudem von Hebammen geleitet. Es gibt auch Ausnahmefälle, bei denen ein Arzt während der Geburt anwesend ist.

Der Ablauf einer Geburt im Geburtshaus

Der Ablauf ist natürlich vom Konzept des jeweiligen Geburtshauses abhängig. In der Regel kann die Gebärende aber die Geburtsposition frei wählen. Nach Wunsch und unter der Aufsicht sowie der Beratung einer Hebamme, kann in stehender, kniehender oder liegender Position das Baby geboren werden. So entscheiden sich viele Frauen für die Geburt im Stehen oder nutzen den Gebärhocker. Nur ein geringer Prozentsatz der Frauen, die ein Geburtshaus aufsuchen, gebären das Baby in Rückenposition. Die Geburt findet häufig als familiäres Erlebnis statt und die Familie wird in einem Zimmer untergebracht. Der werdende Vater kann bei der Geburt dabei sein. Die Aufenthaltsdauer im Geburtshaus hängt wiederum von Konzept des Hauses ab. In einigen Geburtshäuser werden Mutter und Baby nach ca. 24 Stunden nach Hause entlassen und von einer Hebamme in der weiteren Nachsorge betreut. Wiederum andere Geburtshäuser bieten zusätzlichen Aufenthalt an. Je nach Geburtshaus kann der Aufenthalt bis zu 5 oder 6 Tage stationär erfolgen.

Örtlichkeiten und Geburtsmöglichkeiten im Geburtshaus

In einem Geburtshaus können beispielsweise Gebärbecken, Geburtshilfsmittel und natürliche Schmerzmittel zu finden sein. Das Gebärbecken wird für eine Wassergeburt eingesetzt. Hilfsmittel für die Geburt können Ball oder Hocker sein. Es können auch Matte oder Seil zum Einsatz kommen. Des Weiteren ist der Geburtsraum in einem Geburtshaus oft wohnlich gestaltet. Welche genaue Ausstattung ein Geburtshaus bietet und wie die Räumlichkeiten aussehen, hängt vom jeweiligen Geburtshaus ab. Wieviel Frauen gleichzeitig in einem Geburtshaus gebären können, ist ebenfalls vom Haus selbst abhängig. Es gibt Geburtshäuser mit nur einem Raum zum Gebären.

Schwangerschaftsbetreuung und Nachsorge

In vielen Geburtshäusern betreut eine Hebamme die gebärende Frau. Die Hebamme ist ausschließlich für die gebärende Frau da. Es findet in der Regel kein Wechsel und keine Parallelbetreuung einer anderen gebärenden Frau statt. Zudem kann die Hebamme, die eine Frau während der Schwangerschaft betreut auch während der Geburt anwesend sein. Die Hebamme hat auch die Möglichkeit die Nachsorge zu übernehmen. Wie genau die Regularien dazu aussehen, hängt wiederum vom Geburtshaus selbst ab.

Vorteile einer Geburt im Geburtshaus

Die Geburt findet in wohnlicher und familiärer Atmosphäre statt. Die Geburt wird von ausgebildeten Hebammen betreut. Die gebärende Frau sowie ihre Familie soll sich geborgen und sicher aufgehoben wissen. Auf eine klinische Atmosphäre soll verzichtet werden. Viele Geburtshäuser gehen auf die Wünsche der Gebärenden ein und beraten hinsichtlich Gebärstellung.

Nachteile der Geburt im Geburtshaus

In der Regel ist in einem Geburtshaus keine Ärztin bzw. kein Arzt anwesend. Es gibt meist nur natürliche Schmerzmittel. Wenn es zu Komplikationen während der Geburt kommt, dann muss die nächste Notaufnahme bzw. gynäkologische Notfallambulanz aufgesucht werden.

Die Geburt im Geburtshaus