Karriere und Familie: Ein unvereinbarer Gegensatz?

Karriere und Familiefür einen Großteil der Frauen in Deutschland scheint dies ein klarer Widerspruch zu sein. Eine im vergangenen Jahr durchgeführte Studie des weltgrößten Karriere-Netzwerks LinkedIn förderte erstaunliche Ergebnisse zutage: 63 Prozent der Befragten halten es für wichtig, die richtige Balance zwischen Familienleben und Karriere zu finden. Etwa zwei Drittel der teilnehmenden 5.300 Frauen sind mit ihrem bisherigen Karriereverlauf “sehr” oder sogar “vollständig” zufrieden. Lediglich 43 Prozent der Teilnehmerinnen sehen in einem hohen Gehalt einen entscheidenden Aspekt.

Flexible Arbeitszeitmodelle sind noch immer Mangelware

Im Vergleich zu Ländern wie Dänemark oder der Schweiz, wo mehr als die Hälfte der weiblichen Beschäftigten in Teilzeitjobs arbeitet, fehlt es in Deutschland nach wie vor an flexiblen Arbeitsbedingungen. Eine Ausnahme stellt die Kreativwirtschaft dar: In diesem Sektor ist es gang und gäbe, dass Frauen zumindest einen Teil der Arbeit zu Hause erledigen und nur zu wichtigen Meetings im Büro erscheinen.

Auf der anderen Seite besteht bei der Heimarbeit immer die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen. Wer rund um die Uhr arbeiten kann, tut dies häufig auch – fast immer auf Kosten der eigenen Gesundheit. Aus diesem Grund sollten gerade junge Mütter es nicht mit der Heimarbeit nicht übertreiben.

Kinder als Karrierekiller?

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, ergibt sich zwangsläufig die Frage, für wie lange man aus dem Beruf ausscheiden soll. Christina Boll vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut vertritt die Meinung, deutsche Mütter machten zu lange Babypause. Damit zementierten sie ihre Lohnlücke zu männlichen Kollegen und behinderten ihre Karriere, so Frau Boll in einem Interview mit der Zeitung “Die Welt”. Im Unterschied zu Frauen in anderen Ländern Europas arbeiteten Mütter in Deutschland oft noch in Teilzeit, wenn die Kinder bereits weiterführende Schulen besuchten.

Bürgerliches Ideal

Die Ursache für diesen Zustand liegt nach Ansicht der Forscherin zum einen darin, dass nicht genügend Betreuungseinrichtungen vorhanden sind. Sie weist außerdem darauf hin, dass gerade bei Akademikerinnen das bürgerliche Ideal von der Frau, die es nicht nötig hat zu arbeiten, “erstaunlich weit” verbreitet sei. Im Gegensatz zu skandinavischen Ländern würden sich hierzulande viele Mütter noch immer auf ihren Partner als Ernährer verlassen und sich mit geringeren Gehältern zufriedengeben. Die gut ausgebaute Betreuungs-Infrastruktur der nordischen Nachbarn spiegele letztlich nur das andere Selbstverständnis der Frauen wieder.

Dass die Thesen der diplomierten Volkswirtin vielerorts auf Ablehnung stoßen, ist nicht verwunderlich: Immer mehr Frauen beginnen die ihnen zugedachte Rolle zu hinterfragen und weigern sich, das kraftraubende “Beruf und Karriere”-Spiel mitzuspielen. Teilzeitstellen mit 20 bis 30 Stunden Arbeitszeit pro Woche sind dagegen gefragter denn je – beispielsweise im pädagogischen Bereich. Derartige Tätigkeiten lassen sich über Suchmaschinen wie jobtonic.de leicht finden. Wer dort nach Kita Jobs in Berlin sucht, braucht nur entsprechende Schlüsselbegriffe in die Suchmaske einzugeben und erhält sofort passende Resultate.

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