Der passende Kindergarten

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Grundsätzlich hat in Deutschland jedes Kind ab seinem dritten Lebensjahr einen rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz, zumindest einen Halbtagesplatz. In anderen Ländern oder manchen deutschen Kindergärten werden sogar ab dem zweiten Lebensjahr Plätze angeboten. Die Kriterien für eine Aufnahme in den Kindergarten sind recht unterschiedlich, zudem liegt es auch im Interesse der Eltern den passenden Kindergartenplatz zu finden. Hier spielen die verschiedenen Anschauungen und Philosophien des Kindergartenträgers eine entscheidende Rolle. Auch der Kindergarten hat ein Recht darauf, Kinder abzulehnen und anderen den Vorrang zu geben, je nachdem, welche Institution den Kindergarten finanziert.

Der Besuch eines Kindergartens ist mit entscheidend für die Entwicklung Ihres Kindes. Die Wahl dafür sollte also gut überlegt werden. Waldorf, Montessori- oder Reggio-Kindergarten, Freinet-, Sport- und Bewegungs- oder Waldkindergarten, spielzeugfreie Modelle oder Kindergärten mit einem Hauptaugenmerk auf religiöser Erziehung, es ist empfehlenswert, sich vorher genau zu informieren. Jeder dieser Typen hat eigene Konzepte: freie Gestaltung, Entwicklung durch Nachahmung, Leben im Mini-Format, viel Natur – wenig Spielzeug, Bewegung im Vordergrund, religiöse Hintergründe, kreativ ohne Spielzeug – der Kindergarten sollte zu Ihren Vorstellungen von Kindererziehung passen.

Wann ist ein Kind reif für den Kindergarten-Besuch?
Darüber machen sich die Eltern meistens zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag ihres Kindes Gedanken. Gerade weil der Umgang mit anderen Kindern wichtig ist für den Nachwuchs, entscheiden sich viele Eltern dafür, ihr Kind für einen Kindergartenplatz anzumelden. Dort lernt es den Umgang mit anderen Kindern, wie man sich behauptet, einfügt und Konflikte meistert. Nicht alleine das Alter spielt da eine Rolle, sondern auch der Stand der Entwicklung. Mit ca. drei Jahren verfügen Kinder über einige emotionale und soziale Fähigkeiten und somit eine gewisse Kindergartenreife. Das Kind sollte sowohl daran gewöhnt sein, einige Stunden von der Mutter bzw. den Eltern getrennt zu sein und sich für eine gewisse Zeit auch konzentriert mit sich beschäftigen zu können. Ihr Kind sollte bereits kurze Drei-Wort-Sätze bilden können und auch beim Aus- und Anziehen nur wenig Hilfe benötigen. Interesse am Spiel mit Gleichaltrigen sollte vorhanden sein und Windeln kein Thema mehr.

Anforderungen an den Kindergarten
Vor der Auswahl für den zukünftigen Kindergartenplatz Ihres Kindes besichtigen Sie am besten die Einrichtungen und informieren sich vor Ort. Für eine gute Betreuung sollten mindestens 2 Erzieher/innen auf 25 Kinder kommen. Die Räumlichkeiten sollten hell, groß und freundlich gestaltet sein. Wichtig sind auch Rückzugsmöglichkeiten wie Lese- oder Kuschelecken. Jedes Kind braucht ab und zu eine Möglichkeit des Rückzugs. Ein Garten ist erste Voraussetzung, gibt es dort ausreichende Spielmöglichkeiten wie Rutschen, Sandkästen, Spielburgen oder sonstiges? Für schlechtes Wetter sollte auch im Innenbereich ein Raum für Bewegung vorhanden sein. Die verschiedensten Aktivitäten wie basteln oder andere kreative und bewegungsfördernde Aktivitäten beeinflussen die Feinmotorik der Kinder uns sind von großer Bedeutung. Am besten besichtigt man auch die Waschräume und Toiletten, sind diese sauber oder lässt die Hygiene zu wünschen übrig? Wie sieht es mit den Mahlzeiten aus? Gerade wenn das Kind den ganzen Tag im Kindergarten verbringt, gehört das gemeinsame Essen mit dazu, genauso wie die Möglichkeit zum Mittagsschlaf.

Besonders wichtig für die Wahl des Kindergartens ist natürlich auch die Entfernung zum eigenen Wohnsitz. Besteht die Möglichkeit, das Kind zu Fuß zum Kindergarten zu bringen, wohnen Oma und Opa in der Nähe oder vielleicht die Spielkameraden? Wie sind die Öffnungszeiten, lassen sie sich mit der Arbeitszeit der berufstätigen Eltern vereinbaren. Vielleicht ist der Kindergarten da flexibel? Die Höhe des Kindergartenbeitrages ist natürlich auch nicht unbedeutend, am besten achtet man darauf, ob Mahlzeiten, Putz- oder Materialkosten schon enthalten sind oder ob mit zusätzlichen Kosten zu rechnen ist.

 

 

Die Eingewöhnung beginnt schon vor dem Kindergartenbesuch
Ist der passende Kindergartenplatz gefunden, so machen Sie Ihr Kind vertraut mit der neuen Welt. Erzählen Sie ihm über das was dort so passiert, schauen Sie sich Bücher mit ihm an und bereiten Sie  Ihr Kind so auf die Welt des Kindergartens vor. Vermutlich wird es Ihrem Kind in der ersten Zeit schwer fallen, sich von Ihnen zu trennen, trotz der ganzen Euphorie und Vorfreude. Das zeigt sich vor allem in den ersten drei bis vier Wochen des Kindergartenbesuches, eventuell auch später immer wieder. Meist sind die Tränen kurz nach dem Abchied schon wieder versiegt. Auch für die Eltern ist es wichtig, los zu lassen und den Erzieherinnen zu vertrauen, die Chemie zwischen Eltern und den Betreuerinnen muss auf jeden Fall stimmen.

Mit Abschluss eines Kindergartenvertrages übernimmt der entsprechende Träger die Aufsichtspflicht. Diese beginnt mit dem Betreten des Kindergartens und endet mit der Abholung des Kindes durch eine berechtigte Person. Aufsichtspflicht bedeutet nicht nur, dass das Kind beaufsichtigt, sondern auch erzogen wird, Gefahren kennen lernt und auch lernt damit umzugehen. Kinder sind im Kindergarten gesetzlich unfallversichert, im Gegenzug ebenso haftpflichtversichert, wenn mal was zu Bruch geht.

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