Läuse und deren Bekämpfung

„Wir haben Kopfläuse“ – Dieser Zettel an der KITA-Tür sorgt jedes Mal aufs Neue für Panik. Aber auch wenn ein Befall mit den kleinen Parasiten lästig ist, sie lassen sich in der Regel gut behandeln, sodass die Familie bald wieder Laus-frei ist.

Läuse auf dem Vormarsch

In den letzten Jahren kommt es in Kindergärten und Grundschulen immer wieder zu Läuseplagen. Ob es tatsächlich mehr sind als noch vor einigen Jahrzenten, ist nicht eindeutig zu sagen. Tatsache ist aber: Durch die Meldepflicht werden mittlerweile nahezu alle Lausausbrüche gemeldet, die Läuse werden zudem eher erkannt.
Immerhin übertragen Kopfläuse (Pediculi capitis) keine Krankheiten. Sie sorgen aber für einen äußerst unangenehmen Juckreiz, der zu starkem Kratzen anregen kann. Mit dem Kratzen kann die Kopfhaut verletzt werden, ein Kopfläuseekzem kann sich ausbilden. Dabei entzündet sich die Kopfhaut, es bilden sich gelbe Borken und die Lymphdrüsen im Hals können durch die Entzündungsreaktion anschwellen.

Woran erkenne ich einen Lausbefall?

Läuse sind mit einer Größe von ein bis vier Millimetern sehr klein und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Einen Lausbefall stellt man häufig an den Nissen, die im Haar kleben, fest. Dabei handelt es sich um weiße, schuppenähnliche Eier, aus denen die Larven schlüpfen. Die Nissen kleben sehr fest am Haar und wachsen, wenn sie nicht entfernt werden, mit der Zeit raus. Wie stark die Läusebisse jucken, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei den meisten machen sich Läuse aber durch einen Juckreiz bemerkbar.
Die Ansteckung verläuft in den meisten Fällen direkt: Die Läuse krabbeln von einem Kopf zum nächsten, sobald zwei Köpfe nahe genug beieinander sind.

Der Kampf gegen den Lausbefall

Die Haare müssen bei einem Lausbefall in der heutigen Zeit nicht mehr abgeschnitten werden. Es gibt eine Auswahl an Wirkstoffen, die die Läuse wirksam bekämpfen:

  • Dimeticon (Silikonöl): Der Entschäumer verschließt die Atemöffnung der Läuse und macht sie so unschädlich.
  • Pyrethrum-Extrakt: Für die Läuse wirkt das Mittel als Nervengift. Die Nissen werden bei der Behandlung nicht abgetötet, weswegen nach acht bis zehn Tagen eine erneute Behandlung nötig ist. Als Nebenwirkung können leichte Hautreizungen entstehen.
  • Pyrethroide: Das Mittel ist verwandt mit dem Pyrethrum-Extrakt, verbleibt jedoch länger im Haar und tötet mehrere Tage lang schlüpfende Larven ab. Aber auch hier muss sicherheitshalber die Anwendung nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden.

Bitte beachten Sie die Packungsbeilage der Läusemittel und gehen Sie exakt nach Anleitung vor. Nur so können die Inhaltsstoffe ihre volle Wirksamkeit entfalten.
Wenn die Kopfhaut stark aufgekratzt ist, hilft eine Hautpflegecreme. In ausgeprägteren Fällen kann eine Cortison-Salbe vom Arzt verschrieben werden. Ein Antihistaminikum kann die nächtlichen Kratzattacken vermindern.
Ein altbewährtes, aber immer noch aktuelles Hilfsmittel bei der Lausbekämpfung ist ein engzinkiger Nissenkamm. Da es schwer erkennbar ist, ob die Nissen noch leben, ist es besser, sie alle zu entfernen. Das gelingt mit dem Kamm am besten. Führen Sie die Prozedur am besten bei guter Beleuchtung durch, damit Ihnen keine Nisse entgeht.
Nur selten ist es möglich, dass sich Läuse an Textilien, etwa einem Kuscheltier, festklammern und sich so auf das nächste Opfer ausbreiten. Auszuschließen ist es aber auch nicht. Und da eine einzige Laus reicht, einen Befall zu starten, sollten Sie sicherheitshalber Bettzeug, Kleidung, Kuscheltiere und Mützen Ihres Kindes einmal durchwaschen. Was nicht waschbar ist, können Sie drei Tage in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahren. Nach dieser Zeit sind die Läuse abgestorben.

Meldepflicht: Wen muss ich über den Lausbefall informieren?

Sie haben die Pflicht, einen Lausbefall der Betreuungseinrichtung umgehend zu melden. Weiterhin darf Ihr Kind den Kindergarten oder die Schule nicht besuchen, solange die Läuse nicht therapiert worden sind. Denken Sie auch daran, Freunde und Familie zu informieren. So lässt sich die Plage in Ihrem Umfeld am besten eindämmen.

Mit diesen Tipps sollte der Lausbefall bald überstanden sein. Bitte kontrollieren Sie in den nächsten Wochen nach der Behandlung immer wieder aufmerksam die Kopfhaut Ihres Kindes. Sobald es auf dem Kopf erneut krabbeln sollte, beginnt die Prozedur von vorn.

Läuse und deren Bekämpfung