Vorteile und Nachteile beim Gemeinschaftskonto

Der Name sagt es schon: Ein Gemeinschaftskonto betrifft zwei oder mehrere Personen und ist insbesondere für Eheleute und unverheiratete Paare als Haushaltskonto sehr gut geeignet.

Bei der Auswahl eines gemeinsamen Kontos sollte man insbesondere die Konditionen vergleichen. Wichtig sind kostenlose Kontoführung, am besten ohne Bedingungen, wie einen monatlichen Mindesteingang sowie dass Geld- und ggfs. Kreditkarten für beide Kontoinhaber kostenfrei sind.

Einige Banken bieten zudem weitere attraktive Zusatzleistungen wie etwa Startguthaben und Guthabenverzinsungen.

Die Unterschiede bei den Gemeinschaftskonten

Eines der wichtigsten Merkmale des Gemeinschaftskontos ist das schuldrechtliche Verhältnis gegenüber dem Kreditinstitut. Die Kontoinhaber in Gemeinschaft haften dem Kreditinstitut gegenüber gesamtschuldnerisch, d. h. sie sind gemeinsam für die eventuellen Schulden haftbar und im Falle eines Guthabens, treten die Kontoinhaber gemeinsam dem Kreditinstitut gegenüber als Gläubiger auf.

Jedoch gibt es bei den Verfügungsmöglichkeiten und den Ausführungsanweisungen an das kontoführende Institut beträchtliche formale Unterschiede.

Zwei wichtige Begriffe sind unzertrennbar mit einem Gemeinschaftskonto verbunden:

  • das Oder-Konto
  • das Und-Konto

Beide Kontoformen haben ihre Berechtigung – unterscheiden sich aber in ihrer rechtlichen Bestimmung erheblich voneinander. Die Unterschiede sind folgende:

Das Oder-Konto

Diese Kontoform ist unter Ehepartnern die beliebteste. Ein Konto kann gemeinsam von beiden eröffnet werden und jeder Partner kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt über das gemeinsame Konto verfügen. Einer Zustimmung des Anderen bedarf es nicht. Lediglich bei einer Kreditierung wird die Bank/Sparkasse sich den Vorbehalt vertraglich sichern lassen (meistens in den AGBs des Instituts bereits eingearbeitet), dass es bei einer Kreditaufnahme der Zustimmung aller am Oder-Konto Beteiligten bedarf. Eine Kontoüberziehung bis zum mit dem Institut vereinbarten Dispolimit kann jedoch problemlos von jedem Verfügungsberechtigten vorgenommen werden.

Nachteilig beim Oder-Konto ist die gemeinschaftliche strenge Haftung. Sollte ein Partner zu großzügig auf das Konto zugegriffen haben, dann wird das Finanzinstitut sich an dem anderen Partner schadlos halten. Die finanziellen Folgen aus solch einem Verhalten können erheblich sein.

Das Und-Konto

Das Und-Konto ist sehr oft bei inhabergeführten Unternehmen oder Privatgesellschaften anzutreffen. Eine Verfügung an die Bank kann nur vorgenommen werden, wenn mindestens zwei Personen diese Verfügung formal beantragen. Eine missbräuchliche Kontonutzung ist beim Und-Konto praktisch ausgeschlossen.
Auch bei Erbengemeinschaft ist die Rechtsform des Und-Kontos sehr beliebt und lässt keine ungewollten Alleingänge eines Erben zu.

Nachteilig wirkt sich das Und-Konto im Todesfall des Partners aus, da der Überlebende dann nicht allein über das Konto verfügen kann, sondern sich mit den Erben des verstorbenen Partners erbrechtlich auseinandersetzen muss.

Das Depot als Gemeinschaftskonto.

Vollständigkeitshalber muss in diesem Zusammenhang auch das gemeinschaftliche Depotkonto erwähnt werden. Hier gibt es eine Sonderstellung – gerade beim Oder-Konto relevant –, die aus den Rechten des Depotvertrages und den Eigentumsverhältnissen an den im Depot verwahrten Wertpapieren hergeleitet wird. So ist bei Aktien und Inhaberpapieren die rechtliche Bindung der Gesamtgläubiger aufgehoben. Näheres hierzu wird im BGB, § 430 geregelt.

Das Wichtigste im kurzen Überblick:

  • Gemeinschaftskonten haben ihre Berechtigung bei Eheleuten oder Lebensgemeinschaften, wenn unkompliziert über das gemeinsame Konto verfügt werden soll. Hier eignet sich das Oder-Konto am besten.
  • Beim Und-Konto stehen in erster Linie Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Es soll durch diese Kontoform nur ein gemeinsames Handeln der Partner möglich sein.
  • eine Sonderform gibt es bei dem gemeinschaftlichen Depot. Hier sind die Eigentumsverhältnisse an den Papieren personengebunden geregelt.
  • Beim Und-Oder Konto gehen die Schulden des einen Partners aufgrund der gemeinsamen gesamtschuldnerischen Haftung sofort auf den anderen Partner über, z. B. im Falle des Todes oder Scheidung/Trennung. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Partner in das Finanzgebaren des Anderen eingebunden war oder nicht!
Vorteile und Nachteile beim Gemeinschaftskonto